Was kommt an die Wand? … Ein dadaistisches Lautgedicht „layouten“ & vergrößern

Die Schule hat sich 2012 entschieden, eine saubere Flurwand in ein Grafitti-Kunstwerk umzuarbeiten. Nach einem dadaistischen Lautgedicht von Hugo Ball. JedeR SchülerIn fertigt ein Wort des Lautgedichtes als Schablonengrafitti. Besonderes Augenmerk gilt der Schriftgestaltung und den Brücken beim Ausschnitt der Buchstaben zu Papierschablonen.

Aus der Entwurfsphase einige erste Schablonengrafitti:

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Ein dadaistisches Lautgedicht nach/von Hugo Ball:
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read by/gelesen von:
Anne Cheng 00:00:51
David Lawrence 00:01:01
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TriciaG 00:00:54

    Was soll das bedeuten?

Dadaistisches Gedicht von Hugo Ball – ein Künstler, der sich bei seiner Arbeit an Übersetzungen von indigenen Stammessprachen ins Deutsche und Französische zu diesem Lautgedicht inspirieren hat lassen.

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20130319-153526.jpg20130319-154434.jpgDadaismus

… war eine Stilrichtung der 30er Jahre in Deutschland. Text, Malerei, Zeichnung, Skulptur und vor allem Collage und Montage mit Fotos und Filmmaterial waren bevorzugte ästhetische Ausdrucksmedien dadaistischer KünstlerInnen.

Der dadaistische Künstler Tristan Tzara erklärt, wie man zu einem dadaistischen Gedicht kommt. Um besser zu verstehen, was an diesen „Quatschtexten“ von künstlerischem Wert war, muss man wissen, dass viele dadaistischen KünstlerInnen am Ende des Ersten Weltkrieges zu schockiert waren, von dem Erlebten, um nach irgendeinem in der damaligen Zeit populären klassischen Schönheitsidealen in Malerei oder Skulptur zu arbeiten. Zu Vieles, was vor dem Krieg als wertvoll und ideal galt, ob in Literatur, Bildender Kunst, etc., schien nach soviel Leid des Krieges auf einen Schlag wie unsinnig. Aus der Not eine Tugend machend, und um weiterhin Kunst machen und genießen zu können, erklärten die Dadaisten fortan jeden Unsinn zum neuen Sinn der Kunst und Kultur.
Hiervon zeugt auch Tristan Tzaras Gedichtsanleitung!

Das Museum of Modern Art hat Dada eine Ausstellung gewidmet – wie zuvor schon hunderte anderer Kunstmuseen weltweit. Im Internet gibt es folgende online Angebote hierzu: Folge Tzaras Hinweisen und collagiere ein Gedicht, um diesen Prozess des sinnigen Unsinns kreativ nachzuvollziehen: „Zufallsworte“ is an activity inspired by artist Tristan Tzara’ s recipe for making a Dada poem:

TO MAKE A DADAIST POEM

Take a newspaper.
Take some scissors.
Choose from this paper an article of the length you want to make your poem.
Cut out the article.
Next carefully cut out each of the words that makes up this article and put them all in a bag.
Shake gently.
Next take out each cutting one after the other.
Copy conscientiously in the order in which they left the bag.
The poem will resemble you.
And there you are — an infinitely original author of charming sensibility, even though unappreciated by the vulgar herd.
Tristan Tzara, 1920

Quelle: (link inaktiv):http://www.moma.org/interactives/redstudio/activities/“  (Flashplayer wird benötigt, sowie ein gewisses Verständnis für Anleitungen auf Englisch).

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Schlagzeilen
Webliteralität
Wissenschaft
Mathematik
Lerntheorie
Deutschunterricht
Intertextualität
Hugo Ball
Hugo Balls „Karawane“
„Eine unbekannte Sprache, die jeder versteht“ – Arbeitsblatt Gruppe 1
„Schematisch ergibt sich folgender Aufbau: (1)
1. Ebene: Unverfremdetes Titelwort – „Karawane
2. Ebene: Leicht verfremdete Ausdrücke – „jolifanto, „grossiga und „russula
3. Ebene: Lautmalerische Ausdrücke – z.B. „blago bung, „ü üü ü, „hollaka hollala
4. Ebene: Auffällige Häufungen von Vokalen und Konsonanten“ 
Wie ein Kristall auf einem bunten Tuch – „Ein Gedicht als magisches Ritual“ – Arbeitsblatt Gruppe 2
Dada ist das Herz der Worte – Dadaismus definieren und dadaistisches Manifest – Arbeitsblatt Gruppe 3
Der erste Weltkrieg macht Zürich Dada
Hugo Ball – der magische Bischof
Die Bedeutung der „Karawane im Unterricht
Die Behandlung der „Karawane im Unterricht – in Gruppenarbeitsphasen
Franz Kafka
DaF
Architektur: „Merzbau“, K. Schwitters, 1923 (Zustand 1933)
Plastik: „Der Geist unserer Zeit“, R. Hausmann, 1919 
Malerei: „Deutschland, ein Wintermärchen“, G. Grosz, 1917/19 
Objektkunst: „Fontäne“ (Ready-made), M. Duchamp, 1917 

  • Arbeitsblatt „Dadaim Überblick: Cabaret Voltaire, Definition, Zufall, historische Entwicklung (Autor: Jaques Wuthri, Quelle: wuthri.ch)
Simultan Krippenspiel – Kapitel 1 von Hugo Ball
Der Henker von Brescia – Kapitel 1 von Hugo Ball
Flametti – Kapitel 1 von Hugo Ball
Ein geistlich Liederbuch für Emmy – Kapitel 1 von Hugo Ball
Hermann Hesse – Kapitel 1 von Hugo Ball
Hermann Hesse – Kapitel 21 von Hugo Ball
Sieben schizophrene Sonette von Hugo BallEroeffnungs-Manifest, 1. Dada-Abend – Kapitel 1 von Hugo Ball
Tenderenda der Phantast – Kapitel 1 von Hugo Ball
Zur Kritik der deutschen Intelligenz – Kapitel 1 von Hugo Ball
Zur Kritik der deutschen Intelligenz – Kapitel 2 von Hugo Ball
 
  • Textblätter: „Hugo Ball ‚Karawane“ (Copyright © litde.com, Quelle: litde.com)
Lyrik des 20. jahrhunderts (1900-1945) (litde.com)
Dada-Avantgarde zwischen Weltkrieg und Revolution. 1916-1920“ (Quelle: litde.com)
 
„Die Liebe zur Anarchie“ (Text: Michael Braun)
„Experimentelle Analyse der Etikette im Briefverkehr des Hugo Ball“ (Text: Mara Genschel)
„Cigarrenfische (Ball + Schwitters)“ – Vortrag und Partitur (Text: Anat Pick)
„Christian Bök spricht Hugo Ball (Kommentar: Norbert Lange)
„Jaap Blonk spricht Balls ‚Totenklage“ 
„gadji beri bimba – Hugo Balls Sprachenwunder“ (Text: Norbert Lange)
„Sind Sie bereut zu reden?“ (Text: Konstantin Ames)
„Ich kann in der Luft schreiben“ (… zur) russische Übersetzung von »Karawane«, über die mystisch-religiösen Hintergründe der Lautpoesie, und darüber, wie das alles mit dem Futurismus und seiner eigenen Kunst zusammenhängt.“ (Gespräch mit Valeri Scherstjanoi) 
„Ein Krippenspiel. Bruitistisch.“ 
»Indem man Dada sagt« – mit Hugo Ball auf dem sich entziehenden Grat zwischen Welt und Sprache (Text: Johann Reißer)
„das haben sie gewaltet / eine verhornung“ (Text/Gestaltung: Urs Allemann)
„Eine Ästhetik sinnlicher Assoziationen“ (Text: Eckhard Faul)
„szaga szaga sin taxxis“ – „collagieren und zersetzen nach bester ballistischer Manier Texte von Ball“ (Alan Courtis, Léonce W. Lupette)

 

online game interactive Spiel interaktiv

„Wir wuseln und zeichnen und musizieren und programmieren.
Unser Ziel ist eine tolle Internetseite zum Sehen und Hören für Euch zu machen.
Die Seite wird gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags. (…)“ (Textauszug der Webseite)

 

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