„Die Farbkontraste nach Johannes Itten“

14.08.2013, 18:30byDaisy Hazzard

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Folgender Auszug mit Abbildungen entstammt „KUNST Begleitendes Lernheft zum Stoff der 7. Jahrgangsstufe (…)“ (Hrsg.: Staatliche Realschule Weilheim, Quelle: http://www.rs-weilheim.de)

 

1. Der Farbe-an-sich-Kontrast

Der Farbe-an-sich-Kontrast ist der einfachste aller Kontraste. Man braucht mindestens drei klar von einander entfernte Farben. Die Wirkung ist immer bunt, laut, kraftvoll und entschieden. Mit den Farben, die eine große Leuchtkraft besitzen, ist der Kontrast am einfachsten darzustellen (reines Rot-Blau-Gelb).

Abbildungen aus: „KUNST Begleitendes Lernheft zum Stoff der 7. Jahrgangsstufe (…)“ (Staatliche Realschule Weilheim, Quelle: http://www.rs-weilheim.de)

Lerninhalt
Anbindung an die Kunst – Abbildungen zu: Paul Gaugin, Tutanchamun, Grünewald
Bezug zur Alltagsästhetik/Werbung

 


 

2. Der Hell-Dunkel-Kontrast

Hell und Dunkel (Licht und Finsternis) als polare Kontraste sind für das menschliche Leben von großer Bedeutung. Für den Maler sind die Farben Schwarz und Weiß das stärkste Ausdrucksmittel für Hell und Dunkel. Starke Hell-Dunkel- Kontraste in Bildern verstärken oft die dramatische Wirkung. Vor allem in der Barockzeit benutzten Maler dieses Stilmittel, um die dramatische Wirkung zu steigern: Nacht- Darstellungen, Feuerszenen, Himmel-Hölle-Darstellungen.


Abbildungen aus: „KUNST Begleitendes Lernheft zum Stoff der 7. Jahrgangsstufe (…)“ (Staatliche Realschule Weilheim, Quelle: http://www.rs-weilheim.de)

 

Auszug: „Differenzieren von Farbtönen mit Farbstiften“
Die Verwerfung ist ein eigenes Gestaltungsmittel, um Figur und Grund bildhaft aufeinander zu beziehen. 
In einer gegengleichen Bewegung zweier Kontrastfarben werden Figur und Grund bildhaft miteinander verschränkt.
Es kann dadurch eine sehr atmosphärische Wirkung erzielt werden.“

 

Lerninhalt: Naturstudium
Beispiele aus der Kunst – Abbildung zu Georges Seurat, „Steinklopfer“, (1881), Maurice de Vlaminck, „Vase mit Blumen“ (Druck)
Abbildungen: Honoré Daumier, „Ein Waggong dritter Klasse“, „Der Sammler“ 
Vordergrund – Hintergrund






3. Der Warm-Kalt-Kontrast

Versuche haben ergeben, dass Menschen in zwei Arbeitsräumen, von denen der eine blau-grün und der andere rot-orange gestrichen war, Kälte und Wärme um drei bis vier Grad unterschiedlich empfanden. In dem blaugrünen Raum begannen die Personen bereits bei einer Innentemperatur von 15 Grad zu frieren, während sie sich im rot-orangenen Raum erst bei 11-12 Grad kalt fühlten. Der Warm-Kalt-Kontrast ist stark mit unseren Gefühlen verbunden.

Warme Farben: Rot, Orange, warmes Gelb Kalte Farben: Blau, Türkisgrün


Abbildungen aus: „KUNST Begleitendes Lernheft zum Stoff der 7. Jahrgangsstufe (…)“ (Staatliche Realschule Weilheim, Quelle: http://www.rs-weilheim.de)

 




 

4. Der Komplementär-Kontrast

Zwei komplementäre Farben stehen sich im Farbkreis genau gegenüber. Wenn sie im Bild nebeneinander gesetzt sind, steigern sie sich gegenseitig zu höchster Leuchtkraft. Es gibt immer nur eine einzige Farbe, die zu einer anderen komplementär ist. Wenn wir diese komplementären Farbenpaare zerlegen, erkennen wir, dass immer die drei Grundfarben enthalten sind.

Die wichtigsten komplementären Farbenpaare sind: Rot-Grün, Blau-Orange, Gelb-Violett


Abbildungen aus: „KUNST Begleitendes Lernheft zum Stoff der 7. Jahrgangsstufe (…)“ (Staatliche Realschule Weilheim, Quelle: http://www.rs-weilheim.de)

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20130731-133453.jpg Aufgabe:

  • Praktischer Beweis zum Komplementärkontrast (siehe oben: „Farbkontraste“)
  • Anleitung zum Erkennen von farbigen Nachbildern (nach Dr. Werdermann)

Zunächst 20 sec den oberen schwarzen Punkt zwischen der roten und grünen Fläche betrachten. Dann auf den schwarzen Punkt auf der weißen Fläche starren. Nach ca. 3 sec erscheint auf der linken Fläche ein Quadrat in blass blaugrün und rechts in blass lila. Nach kurzer Zeit ist das Blatt dann wieder weiß. Unten funktioniert das genauso, bloß das jetzt im weißen Bereich die Farben blass blau und blass gelb genau entgegengesetzt auftauchen.

Wie kommt es nun zu den entgegengesetzten Farben ?

Die Farbrezeptoren in der Netzhaut “gewöhnen” sich an die betrachtete Farbe und werden für diese Farbe unempfindlicher. Wenn man danach die weiße Fläche betrachtet erreicht die Sehzellen ja wieder weißes Licht, das alle Farben enthält. Es wird dann weniger von der vorher betrachteten Farbe erkannt – das Auge ist für diese Farbe vorübergehend “unempfindlicher” geworden – und insofern kann das weiße Papier zunächst nicht weiß erscheinen, sondern in der “Gegenfarbe”. Die Gegenfarbe ist sozusagen die Summe aller restlichen Farben im Gesamt- farbspektrum (weiß enthält ja alle Farben, s. Farbensehen) ohne die vorher gesehene Farbe.

Nach kurzer Zeit hat sich das Auge – bzw. die Farbrezeptoren – jedoch wieder umgestellt und sieht wieder weiß. Da die Gegenfarbe von Blau z.B. Gelb ist, kommt es unten zum Austausch der Farben.

Bedeutung im Alltag:

Ein Beispiel ist die Kleidung und die Operationstücher in Operationssälen. Sie sind meistens grün oder blau-grün. Diese Farben wurden gewählt, um den Nachbild-Effekt zu unterdrücken. Betrachtet der Chirurg lange Zeit die rote Operationswunde würde er beim Aufblicken ein blaugrünes Nachbild sehen. Erfahrungen haben gezeigt, dass das aber Übelkeit hervorruft. Auf dem grünem Untergrund des Optuches oder dem Operationskittel des gegenüber-stehenden Assistenten ist der Effekt praktisch ausgeblendet. Zusätzlich ist grün auch relativ blendfrei.

(Verfasser: Dr. Werdermann, Ochsenfurt, Quelle: http://www.auge-online.de, Stand 18.06.2009)

 

 

 

 

 

 

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Nach Goethe lassen sich Farben in „aktiv“ und „passiv“ unterteilen:
Sättigung, Farbhelligkeit und Kontraste
Farbassoziationen/ Farbbedeutung/ Farbsymbolik
Farben sehen
Farbräume
Farbordnungssysteme (Farbkreis, Farbkegel, Farbkugel)
Farbmischungen (additiv – subtraktiv)
Farbkontraste (Simultan-, Komplementär-, Quantitäts-, Qualitätskontrast, Kalt-warm-Kontrast, Hell-dunkelkontrast)

 

Lerninhalt
Sachinformation
Anbindung an die Kunst – Werner Berg, „Hof im Winter“ 1973, Federico Zandomeneghi, „Le Moulin de la Galette“ 1878

 

 

 

 

 

 

5. Der Qualitäts-Kontrast (Leuchtend-Stumpf-Kontrast)

Als Qualitäts-Kontrast bezeichnen wir den Gegensatz von leuchtenden, gesättigten Farben zu stumpfen, getrübten Farben. Leuchtende Farben können auf verschiedene Arten gebrochen werden: Durch Mischung mit Weiß, Schwarz, Grau oder mit ihrer Komplementärfarbe.


Abbildungen aus: „KUNST Begleitendes Lernheft zum Stoff der 7. Jahrgangsstufe (…)“ (Staatliche Realschule Weilheim, Quelle: http://www.rs-weilheim.de)

Abbildungen: Honoré Daumier, „Ein Waggong dritter Klasse“, „Der Sammler“
Vordergrund – Hintergrund

 

Lerninhalt
Sachinformation
Anbindung an die Kunst – Leonardo da Vinci: Ausschnitt aus „Die Felsgrottenmadonna“, 1493-99, Caspar David Friedrich: „Riesengebirge“, 1810-11

 

Anbindung an die Kunst: Abbildung: Carl Spitzweg, „Mädchen mit Ziege“, 1861

 

 



 

6. Der Quantitäts-Kontrast

Der Quantitäts-Kontrast bezieht sich auf das Größen-verhältnis von zwei oder mehreren Farbflecken. Er ist also der Gegensatz von “viel und wenig” oder “groß und klein”. Zwei Faktoren sind für die Wirkung einer Farbe wichtig: Erstens ihre Leuchtkraft und zweitens ihre Fleckengröße. Beispiel: da das reine Rot eine große Leuchtkraft hat, braucht man in einem Bild nur eine verhältnismäßig kleinere Fläche als beispielsweise für Grün oder Blau, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Abbildungen aus: „KUNST Begleitendes Lernheft zum Stoff der 7. Jahrgangsstufe (…)“ (Staatliche Realschule Weilheim, Quelle: http://www.rs-weilheim.de)

 






 

7. Der Simultan-Kontrast

Mit dem Simultan-Kontrast bezeichnen wir die Erscheinung, daß unser Auge zu einer gegebenen Farbe immer gleichzeitig (also simultan) die Komplementärfarbe verlangt und sie selbsttätig erzeugt, wenn sie nicht gegeben ist. Die simultan erzeugte Komplementärfarbe entsteht als Farbempfindung im Auge des Betrachters und ist nicht real vorhanden. Sie kann nicht fotografiert werden.

Beispiel: Das Grau wirkt im orangefarbenen Feld bläulicher als im weißen Feld, weil das Auge die Komplementärfarbe dazu mischt.


Abbildungen aus: „KUNST Begleitendes Lernheft zum Stoff der 7. Jahrgangsstufe (…)“ (Staatliche Realschule Weilheim, Quelle: http://www.rs-weilheim.de)

 

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 1. Aufgabe: (…) Praktische Übung zur Farbtheorie

 

Welche Farbkontraste lassen sich in folgenden Bildern nachweisen?

Franz Marc “Blauschwarzer Fuchs”, 1911 (Expressionismus, Deutschland)

 

Vincent van Gogh, “Sternennacht über der Rhone”, 1888 (Wegbereiter der Moderne)

Paul Cezanne “Die Bucht von Marseille”,1885 (Wegbereiter der Moderne)

 

Paul Klee “Feuer bei Vollmond”, 1933 (Abstrakte Malerei 20.Jh.)

 

  • Bildblätter: „Einige von Kandinsky’s Werken“, Malerei und Kurzinterpretationen-Link zu Wassily Kandinsky: Komposition IV (1911), Der blaue Reiter (1903), Heiliger Georg IV (1914-17), Rot-Gelb-Blau (1925, Zarter Aufstieg (1934) (Diplomarbeit, Text: Andy Henggeler, 1999, Quelle: roots-the-doots.tripod.com)

 

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 2. Aufgabe: (…) Praktische Übung zur Farbtheorie

 

 

Thema: Der Komplementärkontrast

Bildbetrachtung: H. Rousseau

 

Male in der vorgegebenen Zeit ein Bild nach der Bildgeschichte (s.u.).
Verwende möglichst viele verschiedene Grün- und Rottöne, mische sie mit anderen Farben (Gelb, Weiß, Schwarz, Blau, …).
Beachte die Kriterien für eine interessante Komposition (Bildaufteilung)!

Bildgeschichte:

Ein Blick in den exotischen Urwald. In der Bildmitte kämpft ein, mit einem rot gemusterten Tuch bekleideter Eingeborener mit einem Tiger. Beide bewegen sich inmitten größerer Stauden und Kakteen mit fantastischen Blüten. Die spannende Szene wird von den langstieligen Gräsern und den riesigen Blüten der orangeroten Orchideen zum Teil überdeckt. Im Vordergrund befinden sich saftige Blätter der Strelizien, die vom unteren Bildrand überschnitten sind, so dass man den Eindruck gewinnt, als setze sich der Urwald zum Betrachter hin fort. Im Hintergrund bildet der Horizont eine Senke, über der am zartblauen Himmel die rote Sonne steht. Zwei unterschiedlich dicke Baumstämme rechts und links grenzen das Bild seitlich ab. Ihre palmartigen Blattwedel stehen wie ein grünes Gitterwerk vor dem hellen Himmel. Durch die Pflanzen, die in den verschiedensten Grüntönen erscheinen, hindurch sieht man teilweise den unheimlichen, sumpfigen Urwaldboden. Nirgends im Bild bleibt eine weiße Stelle unbemalt.

Größe:
Technik:
Zeit:


Benotung: nach den besprochenen Kriterien (zählt wie eine Stegreifaufgabe):

DIN A3 Block (Rahmen von 3 cm vom Außenrand einzeichnen) Wasserfarben, Deckweiß
eine Doppelstunde

a) Bildidee und Gesamtkomposition
b) Farbgestaltung
c) Arbeitsweise
d) Fertigstellung in der vorgegebenen Zeit 

 

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Farbabstufungen

 

Um einen Körper plastisch (dreidimensional) erscheinen zu lassen, muss man seinen Farbwert zu den Schattenseiten hin schrittweise abstufen. 

 


Abbildungen aus: „KUNST Begleitendes Lernheft zum Stoff der 7. Jahrgangsstufe (…)“ (Staatliche Realschule Weilheim, Quelle: http://www.rs-weilheim.de)

 

 

 


 

3. Aufgabe – Praktische Übung zur Farbtheorie/Farbabstufungen

Um einen Körper plastisch (dreidimensional) erscheinen zu lassen, muss man seinen Farbwert zu den Schattenseiten hin schrittweise abstufen. 

Dies geschieht jedoch nicht mit Schwarz (= Trübung der Ausgangsfarbe), sondern mit einer dunkleren Tönung der Ausgangsfarbe mittels Komplementärfarbe und Reduzierung der Highlights (= besonders helle Bereiche) durch Verringerung des Weißanteils (= der Pastelltöne). geschieht jedoch nicht mit Schwarz (= Trübung der Ausgangsfarbe), sondern mit einer dunkleren Tönung der Ausgangsfarbe mittels Komplementärfarbe und Reduzierung der Highlights (= besonders helle Bereiche) durch Verringerung des Weißanteils (= der Pastelltöne).

Abbildungen aus: „KUNST Begleitendes Lernheft zum Stoff der 7. Jahrgangsstufe (…)“ (Staatliche Realschule Weilheim, Quelle: http://www.rs-weilheim.de)

 

  • Arbeitsblätter: „Rot-Gelb-Blau“, 1925, Gemälde, von Wassily Kandinsky, kurze Bildbeschreibung & Interpretation zu fließenden Farbübergängen (Diplomarbeit, Text: Andy Henggeler, 1999, Quelle: roots-the-doots.tripod.com)

 

 

 

 

 

 

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„KONZENTRIERE DICH AUF DEN NÄCHSTEN SEITEN AUF DIE KLEINEN RECHTECKE IN DER MITTE DER FARBFLÄCHEN UND VERSUCHE GENAU ZU BESTIMMEN, UM WELCHE FARBE ES SICH HANDELT. DU KANNST ES AUFSCHREIBEN ODER AUCH PROBIEREN SIE EXAKT ABZUMALEN. ERST DANN, FRÜHESTENS NACH EINER MINUTE KANNST DU ZUR NÄCHSTEN SEITE WECHSELN. AUF DER FÜNFTEN SEITE SIND DANN ALLE FARBFLÄCHEN VORHANDEN. DANACH GEHT ES WEITER MIT KONZENTRIERTER WAHRNEHMUNG VON FARBEN.“ (Text: Oldrich Zdarsky)


  • Bildblätter: „Einige von Kandinsky’s Werken“, Malerei und Kurzinterpretationen-Link zu Wassily Kandinsky (Diplomarbeit, Text: Andy Henggeler, 1999, Quelle: roots-the-doots.tripod.com)
Komposition IV (1911), 
Der blaue Reiter (1903), 
Heiliger Georg IV (1914-17), 
Rot-Gelb-Blau (1925, 
Zarter Aufstieg (1934) 
 

Lerninhalt
Anbindung an die Kunst
Bezug zur Alltagsästhetik/Werbung


Lerninhalte
Anbindung an die Kunst – GrüntöneVincent van Gogh: „Olivenhain“, Saint-Rémy, 1889 – Rottöne: Edgar Degas: „Beim Haarkämmen“, 3. Drittel 19. Jh.

 

Lerninhalt
Sachinformation
Anbindung an die Kunst – Leonardo da Vinci: Ausschnitt aus „Die Felsgrottenmadonna“, 1493-99, Caspar David Friedrich: „Riesengebirge“, 1810-11
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