• Auszug: „(…) Die Bildhauerin Camille Claudel, die seit Beginn der 80erJahre eine der wichtigsten Mitarbeiterinnen Rodins war, (…) als beherrschtes Ding, »ihr Objekt-Sein als einengende, erstickende Qual«.

Neben der impressionistisch zu nennenden, Schule machenden Oberflächenbehandlung Rodins, seinen der Literatur entliehenen Themen, schlug der Künstler auch den Bogen zur Vergangenheit. Sein Schreitender (209) führte den Torso als autonome Kunstform ein. Auf die Frage seiner Zeitgenossen, warum der Kopf fehle, antwortete Rodin: »Braucht man zum Gehen einen Kopf?« Tatsächlich scheint des Meisters Begegnung mit Michelangelos unvollendeten Werken Nachwirkungen gezeitigt oder zu einer gezielten Anspielung auf den Torso vom Belvedere angeregt zu haben. Das Fragment einer griechischen Skulptur diente vielen Künstlern durch die Jahrhunderte als Vorbild für die Darstellung eines athletischen Männeroberkörpers.

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